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Ausstellung Molekuel89_reset

 

12.-14. September 2003
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Laboratorium Praterinsel
Praterinsel 3-4
80538 München

Öffnungszeiten: Freitag 18-22 Uhr, Samstag/Sonntag 14-18 Uhr

> Presseinformationen zur Ausstellung
> Impressionen von der Ausstellung



Friedrich Buhl 1/3 move (Videoinstallation)



Björn Hausner The Average Expectation (Videoinstallation)



Daniel Kluge concrete air (Videoinstallation)

 
  Projektbeschreibungen:


Friedrich Buhl - 1/3 move

Bei den allerersten Filmvorführungen rannten einige Zuschauer entsetzt aus dem Kino, weil sie die Grausamkeit der angeschnittenen Menschen auf der Leinwand nicht ertrugen.
Bei der interaktiven Videoarbeit 1/3 move ist die Projektionsfläche in drei horizontale Streifen unterteilt. Auf den drei entstandenen Teilflächen werden kurze Sequenzen aus verschiedenen Filmen gezeigt. (Aufteilung in Kopf, Torso- und Beine) .
Ton und Bewegung geschehen abwechselnd auf unterschiedlichen Ausschnitten der Projektionsfläche, während die beiden anderen Flächen ein Standbild der letzten Filmsequenz zeigen.
Die Abfolge der einzelnen Filmsequenzen wird durch die Bewegeung der Betrachter im Ausstellungsraum manipuliert und gesteuert. So entstehen drei immer wieder neue, von einander unabhängige Handlungsabläufe, welche vom Bertachter als Ganzes neu interpretiert werden.


Daniel Kluge - concrete air

The pigmentation of the city is a fine mixture of utterly fragmentated acoustic and visual signals, projections, disintegrations. It might present itself to a stranger as an inaccessible unit, a surface. Only if you look closer, every detail starts to interact with the watching individual. Eyes and ears experience an mass of signs. The urban experience is always subjective, dependent on time, place and on the perspective of the individual with his own personal history. Every event today is unique but becomes history in the future and part of the aura of a city. The real city becomes a symbolic space, a hallucination with its redundant narratives, with its broken rhythms and cacophonies. Imagine the city as an interactive work of art constantly changed, manipulated, distorted, by the triggering impact of passers-by. This is what will be formed in the installation concrete air.
What you see:
techno-aesthetics of an urban phantasmagoria - houses projected onto five screens, filmed in London over a period of two months (May/June 2002). The images morph from day to night, behind the windows there are minimalist movements.

What you hear:
a sound cast overlaid by a multiplicity of interactive tracks of noises of the city as well as voices. Short narratives which give us an insight in moments of urban living. Passers-by trigger and recombine the atmospheric noises and fragments of nine short-stories with the movement of their bodies while stepping on pressuremats which are scattered around the room.
Sound, image and narratives are run in equally important parallel streams. The stories don't give a leading perspective, there is no narrator overlooking the events.
Like during a walk through a real city the visitor of concrete air keeps his own perspective and experiences a unique version of the events.
The city is never static, its text is endlessly re-composable. There is no final coherent story, there is no objectivity. There is just a set of voices around an axis of sound and vision, which you perceive as a construction by your senses.
(Katarina Agathos)


Björn Hausner - The Average Expectation
aus der Reihe GOD TOLD ME TO

Der künstlerische Herstellungsprozess in Verbindung mit digitalen Medien wird als Werkzeug der eigenen Kreativität verstanden. Eine digitale vorliegende Kopie zur Weiterverarbeitung scheint das ideale Ausgangsmaterial zu sein, um eigene Ideen und Zielsetzungen in der künstlerischen Arbeit zu folgen. Das Dokumentieren von Ereignissen, deren anschließender Bearbeitungen, sowie deren Verbreitung ist ein festes Stilmittel im Medium Videokunst geworden. Digital vorliegende Daten lassen sich ebenso beliebig variieren, als auch verwerfen. Dies ist das Thema der künstlerischen Arbeit "The Average Expectation" von Björn Hausner.

Als Metapher für künstlerische Tätigkeiten in unserer Gesellschaft werden Performancekünstler auf der Straße angesprochen, an dem künstlerischen Projekt von Björn Hausner mitzuwirken. In einer inszenierten Filmhandlung treten diese Performancekünstler auf, wie man sie an öffentlichen Plätzen, von der Umgebung isoliert, vorfindet. Der Entstehungsprozess der einzelnen künstlerischen Tätigkeiten werden von Björn Hausner in einem Studio vor einem neutralen schwarzen Hintergrund filmisch dokumentiert. Durch digitale Bearbeitung des Filmmaterials erscheinen im Bild mehrere Künstler gleichzeitig. So entstehen mehrere Filme, die Tätigkeiten der einzelnen Künstler nebeneinander, zeitlich voneinander getrennt, darstellen. Es ist vergleichbar einer Choreographie von unterschiedlichen künstlerischen Entstehungsprozessen, welche erzeugt werden. Die Filme werden im Ausstellungsraum über 3 Videoprojektoren als eine einzige Projektion vom Zuschauer wahrgenommen.
Durch diese mehrteilige Projektion wird die Isolation der Künstler aufgehoben - die eigentliche künstlerische Darbietung wird jedoch nicht gezeigt, sondern in Verbindung mit dem Entstehungsprozess der Filmdokumentation, ähnlich einem "Making of" bei Filmproduktionen. Man sieht die Künstler nebeneinander anwesend, wie sie sich auf ihren zukünftigen Auftritt vorbereiten, bzw. auf Anweisungen von Björn Hausner reagieren, ohne dem eigentlichen Zweck Ihrer Tätigkeit folgen.
Gleichzeitig wird die künstlerische Intension von Björn Hausner zugunsten der künstlerischen Haltung der gezeigten Personen aufgegeben. Das ursprüngliche kommerzielle Anliegen der Künstler wird nicht gezeigt, das Auftreten der Künstler als ein befremdend und sinnlos vom Zuschauer empfundener Akt empfunden.

   
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